Beim Überholen auf der Autobahn
fällt mir immer auf
wie viele hinterm Steuer
am Handy hängen
Es müssen mehr Schutzengel unterwegs sein
als man vermuten würde
Beim Überholen auf der Autobahn
fällt mir immer auf
wie viele hinterm Steuer
am Handy hängen
Es müssen mehr Schutzengel unterwegs sein
als man vermuten würde
Vermeide bei den hohen Temperaturen Anstrengung. Am besten bleibst du drinnen.
Du solltest darauf achten, dass dein Mineralwasser genügend Calcium enthält.
Du glaubst, dein E-Auto sei besser für die Umwelt als ein Verbrenner? Und was geschieht mit den alten Batterien?
Es gibt Studien, wonach Kohlehydrate schlimmer als Fett sind.
Wenn du im Alter noch körperlich fit sein willst, musst du zwei- bis dreimal pro Woche Sport machen.
Bist du dir sicher, dass der Stein für’s Grab deiner Mutter ohne Kinderarbeit gefertigt wurde?
Weißt du eigentlich, dass du mit deiner Sprache die Hälfte der Menschheit ausgrenzt?
Müsstest du deine Ölheizung nicht verschrotten und dir eine Wärmepumpe einbauen lassen?
Hast du eine Ahnung, zu welchen Hungerlöhnen Bauern in Ghana den Kakao für deine Schokolade produzieren?
Willst du wirklich das chinesische Auto kaufen – bei deren Umgang mit den Menschenrechten?
Hast du beim Einkauf darauf geachtet, dass dein Gemüse aus der Region kommt?
Weißt du, wie stark das Grundwasser angegriffen wird, wenn du bei dieser Hitze den Rasen sprengst?
Meinst du, Fliegen sei ethisch vertretbar, wenn du eine CO2-Abgabe entrichtest?
Hast du schon mal in deiner Mülltonne nachgesehen, wie viel Plastikmüll in deinem Haushalt anfällt?
Deine Altkleider in der Sammlung ruinieren die afrikanische Textilindustrie.
Eine gute Demenzprophylaxe ist Auswendiglernen. Am besten fängst du gleich mit diesem Text an.
Weißt du, wie viel lebenswichtige Luft du deinen Mitmenschen mit jedem Atemzug wegnimmst?
WER KOMMT DA NOCH AUS DEM BETT?!
P.S. Seitenschläfer riskieren eine dauerhafte Schädigung der Halswirbelsäule. Dagegen hilft das millionenfach bewährte Nackenkissen SleepyJoe.
Ich sitze auf dem Rad
bei 42 Grad.
Statt Fahrtwind bläst ein Föhn,
wie ist die Wüste schön.
Nach Hause schaff ich’s knapp
und steig als Dörrfleisch ab.
Kauf Burnus mir und Schal,
der Look ist piepegal.
“Meine Ex-Freundin”, sagt er, und der Klang seiner Stimme lässt mich den Kopf wenden. Ich sitze in der Straßenbahn auf der anderen Seite vom Gang. “Meine Ex-Freundin”, sagt er, und ich vergesse sofort, was seine Ex gesagt oder getan hat. Denn der Ex-Freund, der sich nun anschickt, auszusteigen, zählt maximal 11 Lenze.
Erst wenn die letzte Grillwurst verspeist,
der letzte Sonnenbrand verheilt,
die letzte Pflanze verdorrt
und der letzte Urlaubsstau überlebt ist,
werdet ihr feststellen,
dass nur Sommer auch nichts wär.
&&&&&&&&&&&&&&&&
Bei fünfunddreißig Grad fang ich zu frösteln an.
Bei fünfunddreißig Grad da find ich’s ziemlich klamm.
Bei acht- und neununddreißig, da seh ich wieder Land.
Bei vierzig Grad da fühl ich mich wie ein Fisch im … Sand.
Antonius von Padua (13. Jahrhundert) gehört zu den populärsten Heiligen Italiens und ist als gebürtiger Lissabonner gleichzeitig der Nationalheilige Portugals. Viele Legenden sind von ihm überliefert, u.a. die von seiner Predigt vor den Fischen. Als sich die Leute in Rimini – – viele von ihnen gehörten zur häretischen Bewegung der Katharer – dem berühmten Prediger verschlossen, ging Antonius an den Fluss Marecchia, der dort ins Meer mündet. Und siehe, prompt versammelte sich ein Heer von Fischen, das seiner Predigt andächtig lauschte, so dass die Riminesen am Ende doch noch reumütig erschienen und sich bekehrten.
Hier eine zeitgenössische Adaption …
In Rimini erfuhr Verdruss
der Heilige Antonius.
Strömt andernorts das Volk in Scharen,
das Predigtwunder zu erfahren,
so bleiben hier die Plätze leer.
Das liegt dem Frater ziemlich quer.
Er ruft zum Volk: “Ihr könnt mich mal,
ich geh hinaus an den Kanal.”
Er kommt zum Fluss Marecchia,
im Nu ist die Gemeinde da.
Ein Fischkopf, zwei, dann drei und vier,
schon wimmelt es von ihnen hier.
In Massen sieht man sie sich drängen,
die jetzt an seinen Lippen hängen.
“Zwei Liegen, Schirm für 40 Kröten,
bei diesen Preisen hilft nur beten.
Ich sag euch: Hier läuft was verkehrt.
Wird Zeit, dass sich der Ort bekehrt.”
Der Jubel braust minutenlang,
den Riminesen wird es bang.
Sie kommen kleinlaut angekrochen
und haben Besserung versprochen.
Geplant zur nächsten Strandsaison
sind Liegen, Schirme aus Beton.
„Fischköpfe“ ist eine spöttische Bezeichnung für Norddeutsche, die heute schon auch mal augenzwinkernd als Selbstbezeichnung verwendet wird.
Und die Preise in den Badeanstalten an Adria und Riviera erzeugen in diesem Jahr erheblichen Verdruss – bei Einheimischen und Touristen.
Anrührend, wie viele Leute ihr Handy ausführen
zärtlich halten sie das geliebte Stück in der Hand
drücken sich mit dem Ohr daran
streichen mit den Fingern über seine Haut
berühren es mit ihren Lippen
Doch warum
braucht es dazu
Hund
oder
Kinderwagen?
Mit beinah‘ tausend ka-em-ha
bin ich bequem und blitzschnell da.
Doch steig ich aus dem Vogel aus,
kommt eine Hälfte nur heraus.
Die andre hat, wie es mir scheint,
das Reisetempo glatt verneint.
Nach einer Woche vor der Tür
steht Hälfte zwei: “Jetzt bin ich hier.”
Seitdem bewegt mich, es ist klar,
was nun die bess’re Hälfte war.
“Sie wissen, dass nur dieser Helm nicht in China hergestellt wird?” Gerade ist sie beinahe auf meinen Fahrradhelm gefallen, der neben mir liegt. Die Straßenbahn ist mit einem Ruck angefahren, die ältere Dame hat ihren Platz in der 4er-Gruppe noch nicht eingenommen. Jetzt sitzt sie mir schräg gegenüber und lächelt mich an. Ich bin etwas irritiert über ihre ungebetene Auskunft zur Herkunft meines Helms. Weißes Haar, gepflegtes Aussehen, legere, eher hochpreisige Kleidung. Ich schätze sie auf etwa 75. Intellektuell, esoterisch-alternativ, müsste ich sie irgendwo einordnen. Drei Stationen später steht sie auf, dreht sich nochmal um: “Gute Fahrt mit dem deutschen Helm!”
Sie sind an den Fluss gezogen, um Helden einen Empfang zu bereiten. Doch als der Landungssteg ausgelegt ist, schlurfen traurige Gespenster von Bord. Der erste Stadtpfeifer blickt fragend zum Bürgermeister, dessen Blick entsetzt an den ausgemergelten Gestalten hängt, die barfuß, mit Lumpen am Leib, den festen Boden von Sevilla betreten. Vor drei Jahren und 29 Tagen sind fünf Schiffe mit 234 Seeleuten mit Geläut und Musik hinausgefahren. Und nun ist einzig die Victoria an diesem 8. September 1522 zurückgekehrt. Als sie vor zwei Tagen in Sanlúcar de Barrameda angelegt hat, dauerte es noch zwei Tage, das Schiff den Guadalquivir hinaufzuziehen. Doch ist die Kunde dem Schiff vorausgeeilt: Sie haben es geschafft! Sie haben die Passage nach Westen gefunden und als erste die Welt umsegelt! Doch der Sieg ist teuer erkauft worden: 18 Mann nur sind zurückgekehrt.
Die Hungergestalten wanken an der Ehrendelegation vorbei, ohne sie eines Blickes zu würdigen. Der Bürgermeister, der in seiner Jugend selbst zur See gefahren ist, nickt. Er weiß, wohin einen richtigen Seefahrer der erste Weg führt, sobald er festen Boden unter den Füßen hat. Dem ersten der Männer hängt ein verblichener roter Fetzen am Arm: die einstmals rote Kapitänsbinde. Ein anderer trägt sie als drei Jahre zuvor: Auch Fernando Magellan ist irgendwo da draußen geblieben. Später wird man erfahren, was mit ihm geschehen ist und mit all den anderen, über die er das Kommando hatte. Auf ewig wird er, der Portugiese, der Held sein, der Spanien aus der Zwickmühle befreit hat, in die es der Papst gebracht hatte, als er die Welt in zwei Machtbereiche aufgeteilt hatte. Für die Portugiesen den östlichen Teil mit der Passage um Afrika zu den Gewürzinseln, den westlichen Teil für Spanien. Zwar war für die spanische Krone im Sonnenuntergang inzwischen eine neue Welt in Besitz genommen worden, die auch ihre Schätze verhieß. Aber den Weg von Westen zu den lukrativen Märkten in Fernost hatte immer noch niemand gefunden. Aber nun! Und wer immer noch zweifelte, würde sich mit der Ladung an Gewürzen überzeugen lassen, die im Bauch der Victoria darauf wartete, gelöscht zu werden.
Die Menge tritt zur Seite, um das Häuflein der Überlebenden durchzulassen. Als sie an der Kathedrale angekommen sind, öffnet ihnen ein Kuttenträger das Portal. Vor dem Bild der Muttergottes von Antigua, der Schutzpatronin der Seefahrer, so wird man sich später erzählen, haben sie gebetet. Von lautem Schluchzen seien ihre Worte immer wieder unterbrochen worden. Auch bei denen, die davon hören, bleibt kein Auge trocken. Bis dahin ist so manches durchgesickert, was die Überlebenden alles mitgemacht haben. Männer in ihren besten Jahren sind in See gestochen, zahnlose Greise sind von Bord gegangen.
Erst als sich das Portal öffnet und sie mit erhobenen Armen herauskommen, bricht der Jubel los. Die Pfeifer warten noch immer auf ihren Einsatz.