Der Saharasand
wird umgeleitet
nach Osten
verstopft die Getriebe
der Panzer
Was
wenn wir
dieser Sand wären
Unsere Gedanken
Worte
Taten?
Der Saharasand
wird umgeleitet
nach Osten
verstopft die Getriebe
der Panzer
Was
wenn wir
dieser Sand wären
Unsere Gedanken
Worte
Taten?
Sage mir, wie du diesen Satz beendest, und ich sage dir, wer du bist. Zu einfach, um wahr zu sein?
„Ist das Leben nicht schön?“, zwitschert es von der Fichte in unserem Garten herab. Nicht apodiktisch, nicht aufdringlich, sondern Zustimmung heischend, auf Einverständnis aus. Ja, das Leben ist schön! Wäre es das nicht, warum sollten wir gegen einen Krieg aufstehen, der das Leben auf so vielerlei Weise tötet?
Und wie schön das Leben ist, in diesem Augenblick, wo ich das Privileg genieße, mit einem Kaffee auf der Terrasse in der Sonne zu sitzen und mein einziges Problem darin besteht, zu entscheiden, ob ich meine Jacke ausziehe oder anlasse!
Und im selben Augenblick stimmt „Das Leben ist scheiße!“, und dieser Satz gilt vielleicht weniger für die 94-jährige Zoe Burdoj , die sich mit vierzehn als Jüdin in Charkiw vor den Nazis verstecken musste und die nun wieder geflohen ist, als vielmehr für die Kiewer Kinder, denen die Nächte in U-Bahnhöfen einen dunklen Schleier über die Seele legen.
Manchmal kommen „scheiße“ und „schön“ zusammen – wie bei der alten Zoe, die jetzt von dem Land aufgenommen wurde, dessen Schergen 80 Jahre zuvor ihre Eltern ermordet hatten. Dieser Tage ist sie in Heidelberg angekommen.
(Rhein-Neckar-Zeitung 12./13.03.2022, 8)
Wir müssen wieder mit ganz einfachen Sätzen anfangen
z.B. diesen
Wir
die Menschen, die gerade diese Erde bewohnen
leben hier nur vorübergehend
wir wissen nicht, warum wir hier sind, aber eines wissen wir
die nach uns sollen hier auch noch leben können
Um unsere (nicht aller Menschen) politische Freiheit zu schützen
drohen wir allen, die uns angreifen, mit Gewalt
dabei können große Teile dieser Erde für lange Zeit unbewohnbar werden
vielleicht werden wir uns sogar selbst ausrotten
Das alles wollen wir nicht, aber wir haben es möglich gemacht
und es kann passieren
auch ohne dass wir angegriffen werden
niemand kann danach noch unsere Freiheit angreifen
Keine Uni der Welt würde in Sachen Unternehmensführung
einen solchen Irrsinn lehren
Das Ganze nennt sich Realpolitik
Noch
wacht ein
gnädiger Gott
über der Menschheit
Doch es genügt
dass ein einziger
von Epimetheus’ Nachkommen
den roten Knopf
drückt
weil
er
es
kann
Im obersten Stockwerk
haben zwei Zoff
und
im Erdgeschoss
massakrieren sie sich
Militärs wissen nichts von der Wirkung ihrer Waffen
von zerbombten Herzen und versehrten Seelen
zwei Menschenalter später
lieh ich ihnen meine Ohren
die weinten stumm
Die Atomkraftwerke
lassen wir
hinter uns
Den Rest
lassen wir
unter uns
Auf einem Fliegerhorst in Büchel (Eifel) liegen in Unterflurmagazinen noch etwa 20 Wasserstoffbomben der USA, die im Ernstfall auf NATO-Befehl hin von deutschen (!) Tornado-Kampfjets abgeworfen werden müssen. Der Wikipedia-Eintrag zur politischen Gemeinde Büchel bestätigt die Stationierung. Die Gemeinde verlinkt auf ihrer eigenen Homepage zum Taktischen Luftwaffengeschwader 33, das lediglich über 46 Tornados am Standort informiert.
Vgl. dazu auch den aktuellen Beitrag von Greenpeace.
„Wo kämen wir hin,
wenn alle sagten,
wo kämen wir hin,
und niemand ginge,
um einmal zu schauen,
wohin man käme,
wenn man ginge. (Kurt Marti)
Ich will mich nicht damit abfinden, dass sich unser Tun in Betroffenheitsadressen, Friedensgebeten, karitativen Aktionen und Aufrüstungsappellen erschöpft.
Wer hat die Weisheit, die jetzt im Westen einsetzende Dämonisierung des Ostens zu überwinden und Wege zu bahnen, die allen Beteiligten aus der unheilvollen Situation heraushelfen?
Wer hat die Kraft, das Unerwartete zu tun und Schritte des Friedens zum Frieden zu machen, dem Beispiel von Mahatma Gandhi, Martin Luther King und anderen folgend?
Gibt es Menschen, die den Mut haben, die Orte aufzusuchen, von denen Menschen derzeit fliehen, und sich zwischen die Fronten zu stellen?
Warum wir?
Wer, wenn nicht wir?
Historisch, beeilt sich die Fernsehmoderatorin zu sagen, sei der Schwenk von Olaf Scholz. Binnen kurzem fiel zusammen mit den Koalitionspartnern die Entscheidung, den Etat der Bundeswehr um 100 Milliarden Euro aufzustocken. In seltenem Schulterschluss stehen (fast) alle Parteien vereint für eine starke Armee, schmolzen jahrzehntealte Widerstände von Rot-Grün dahin. So wenig Sympathien ich sonst für “Die Linke” habe, so ist sie für mich momentan der einzige Lichtblick in diesem nationalen Geschwurbel. Denn soll uns das allen Ernstes als die Lösung verkauft werden? Neue Waffensysteme, die wir im Zweifelsfall nicht einsetzen werden, um nicht einen dritten Weltkrieg zu riskieren? Oder die wir eines Tages dann doch einsetzen, vielleicht sogar zusammen mit Atomwaffen, weil ein Autokrat im Osten oder ein Narzisst im Westen im Zweifelsfall den roten Knopf drückt? Ist das wirklich die Strategie, auf die wir setzen und die wir unseren Kindern und Kindeskindern weitergeben? Fällt uns nach zwei Weltkriegen und zahllosen anderen Kriegen nichts Besseres ein als aufrüsten? Das afghanische Desaster liegt (unverarbeitet) noch kein Jahr zurück, da wird schon wieder militärische Stärke beschworen, als ob damit aktuelle und künftige Probleme zu lösen seien. Gewinnen wird dabei nur die Rüstungsindustrie.
Ich habe einen Traum, dass die christlichen Kirchen zum internationalen Friedenskongress in Kiew aufrufen und ihre Bischöfe schicken.
Ich habe einen Traum, dass dazu auch die russische Kirche eingeladen wird – mit einer persönlichen Einladung für den orthodoxen Christen Wladimir Putin.
Ich habe einen Traum, dass sich Prominente aus anderen Religionen, aus Politik, Kultur, Wissenschaft, Sport etc. anschließen und sich in der Ukraine einfinden.
Ich habe einen Traum, dass sich von diesem Kongress Züge des Friedens in die umkämpften Regionen aufmachen, begleitet von internationalen Medien.
Ich habe einen Traum, dass alle dort so lange den Frieden diskutieren und leben, bis die Waffen schweigen und Ukrainer und Russen sich die Hände reichen.
Ich habe einen Traum, dass mitten durch Europa eine neutrale Zone geht, in der weder Soldaten noch Raketen stationiert sind.
Ich habe einen Traum, dass wir endlich anfangen, einander als Schwestern und Brüder zu sehen.
Selig sind, die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder heißen. (Mt 5,9)