Sage mir, wie du tippst …

Eine neue Studie hat herausgefunden, dass sich die Persönlichkeit eines Menschen ziemlich genau daraus bestimmen lässt, wie er die Tastatur beim Geldautomaten benutzt. Da gibt es zum einen den Mittelfinger-Typ: Das ist der, der immer vornedran steht (der Mittelfinger ist in der Regel auch der längste Finger), alles souverän im Griff hat und niemand neben sich duldet. Der Zeigefinger-Typ macht Dinge intuitiv und kommt immer direkt zur Sache. Dann gibt es den Zwei-Finger-Menschen: Er ist effizienzorientiert – mit zwei Fingern geht es einen Tick schneller – und ist eher für Teamlösungen aufgeschlossen, pragmatisch orientiert eben. Dann ist da noch der Typ, der wechselweise mal mit diesen, mal mit jenen Fingern tippt: ein Mensch, der immer wieder Abwechslung braucht (eine andere Lesart der Studie weist darauf hin, es handle sich dabei um besonders kreative Menschen). Bislang eher selten kommt der Daumen-Typ vor, der insbesondere bei der jüngeren Generation zu finden ist. Es handelt sich um Menschen, die (wie unschwer zu erraten ist) von klein auf im Digitalen unterwegs sind und auf dem Handy Nachrichten in Windeseile mit nur einem Finger bzw. Daumen verfassen können.

Eine eigene Gruppe repräsentieren die Folien-Menschen: sie sind extrem ängstlich und fürchten, sich mit diesem oder jenem anzustecken. Deshalb legen sie zuerst eine durchsichtige Plastikfolie über die Tastatur, bevor sie anfangen zu tippen. Seit Corona hat sich ihre Zahl mehr als verdreifacht.

Ich fand diese Studie interessant. Am interessantesten ist aber, dass es sie gar nicht gibt. Aber könnte es sie nicht sehr wohl geben? (und vielleicht gibt es sie tatsächlich – ich habe die KI nicht daraufhin befragt …) Umgekehrt gefragt: Wie sehr haben wir uns schon daran gewöhnt, dass alles, was wir tun, unter irgendeinem Blickwinkel durchleuchtet, analysiert, eingeordnet und bewertet wird?!