In der Fußgängerzone
kommt eine Frau auf mich zu
ihr Mund breit vor Lachen bis zur anderen Straßenseite
geht an mir vorüber
ich drehe mich um
so lacht eine Frau
nur einem kleinen Mann zu
In der Fußgängerzone
kommt eine Frau auf mich zu
ihr Mund breit vor Lachen bis zur anderen Straßenseite
geht an mir vorüber
ich drehe mich um
so lacht eine Frau
nur einem kleinen Mann zu
Am Bahnhof stehn sie morgens still,
weil schläfrig niemand reden will.
Da fällt es auf, wenn jemand spricht,
ich schnappe auf (ich lausche nicht,
vorübergehend hör‘ ich zu),
sagt A zu B: “Wuschaffschndu?”
Übersetzung für alle, die des Kurpfälzischen nicht mächtig sind:
„Wo schaffst (arbeitest) denn du?“
Luftzug
neben meinem Ohr
eine Taube rauscht haarscharf an meinem Kopf vorbei
Vier Knirpse rollen im XL-Bollerwagen heran
zwischen sich ein Tisch
hocken sie zwei und zwei
wie die Großen auf dem Bierwagen
Der Fahrradschieber neben mir und ich
grinsen uns an
Im dem Moment
wo die Barriere silbern vor mir aufblitzt
bin ich schon durch
Der Haltefaden im
Spinnennetz
nichts davon merke ich
zerrissen
Nach dem Kalender ist es klar:
Vier Zeiten teilen unser Jahr.
Nach Frühling, Sommer, Herbst und Winter,
weiß jedes Kind schon, da beginnt er
von neuem, dieser Jahreslauf,
und meistens freut man sich ja drauf.
Ach, diese Kälte in den Knochen –
kommt, Krokusse, hervorgekrochen!
Nach wochenlanger Sommerhitze:
Wann ist’s vorbei mit dem Geschwitze?
Und jeder freut sich und frohlockt,
je näher rückt das Äquinokt.
Doch geht vorüber Herbstbeginn
und draußen ist’s so warm wie drin.
Was fällt, sind lediglich die Blätter,
es dauert an das laue Wetter.
Verrückte Welt, verdrehtes Klima,
die Eisverkäufer finden’s prima.
Nicht Herbst, nicht Sommer kann man’s nennen,
denn beides ist hier nicht zu trennen.
Die Jahreszeit – wie nennt sie sich?
Das ist der Sommerbst, sage ich.
Die uns jahrzehntelang eingeredet haben
der Friede sei nur mit Atomwaffen zu haben
es ist nur ein winziges Detail
das sie übersehen haben
Man kann die Dinger einsetzen
Vor mir macht es plötzlich „plopp“,
knapp vorbei an meinem Kopp.
O, da rollt ein Stachelball,
und ich bin in diesem Fall
einem Anschlag knapp entgangen
der Geschosse, die da hangen.
Spieße steckt man in Kastanien,
(nicht in Stiere wie in Spanien),
wird ein schöner Igel draus,
ungefähr so säh‘ ich aus,
wär‘ geschwinder ich geloffen
und das Ding hätt‘ mich getroffen.
Herr, es ist Zeit, der Sommer war sehr groß,
leg deinen Schatten auf die Zähleruhren
und in den Fluren lass die Kälte los.
Befiehl den Gastarifen hoch zu sein,
gib ihnen noch mehr Spitzentage,
dränge sie zu neuem Höchststand hin und jage
beim Tanken einen Schrecken ein.
Wer jetzt kein Holz hat, der kriegt keines mehr,
wer jetzt schon kalt ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, rechnen, in den Wind den Urlaub schreiben,
und wird in den Alleen hin und her
unruhig joggen, um den Puls zu treiben.
Das Original ist hier zu finden.
Darf man beim Musizieren essen?
Allein die Frage ist vermessen!
Darf man beim Essen musizieren?
Soll umgekehrt es weiterführen?
Getrennt nur ist es angemessen:
die einen spiel’n, die andern essen.
Doch denk nur, ich kenn ein Orchester,
ich hört‘ es, glaub mir, nicht als erster,
das musiziert fidel bei Tische,
die Tafel prangt von grüner Frische,
am Hals erklingt das Instrument,
errätst du schon, wie man es nennt?
Willst du die Lösung mir entlocken:
Was die Musik macht, das sind Glocken.
Sie baumeln – jetzt geht’s ohne Mühe –
mit hellem Ton am Hals der Kühe.
Das Stück – es ist ein Unikat,
weil’s immer Uraufführung hat.
Keuchend steht er vor der grünen Hand. Tippt sie mit ausgestreckten Fingern an. Drückt den Knopf mit dem Daumen. Schlägt mit der flachen Hand darauf.
Er ist die Treppen emporgeflogen und hat sich durch einen Strom von Menschen durchgekämpft, die gegen ihn heranfluten und dem Ausgang zustreben.
Quietschend setzt sich der Zug in Bewegung. Mit einem leisen Knall hat sich ein paar Meter weiter die nächste Tür geschlossen.