Antonius von Padua (13. Jahrhundert) gehört zu den populärsten Heiligen Italiens und ist als gebürtiger Lissabonner gleichzeitig der Nationalheilige Portugals. Viele Legenden sind von ihm überliefert, u.a. die von seiner Predigt vor den Fischen. Als sich die Leute in Rimini – – viele von ihnen gehörten zur häretischen Bewegung der Katharer – dem berühmten Prediger verschlossen, ging Antonius an den Fluss Marecchia, der dort ins Meer mündet. Und siehe, prompt versammelte sich ein Heer von Fischen, das seiner Predigt andächtig lauschte, so dass die Riminesen am Ende doch noch reumütig erschienen und sich bekehrten.
Hier eine zeitgenössische Adaption …
In Rimini erfuhr Verdruss
der Heilige Antonius.
Strömt andernorts das Volk in Scharen,
das Predigtwunder zu erfahren,
so bleiben hier die Plätze leer.
Das liegt dem Frater ziemlich quer.
Er ruft zum Volk: “Ihr könnt mich mal,
ich geh hinaus an den Kanal.”
Er kommt zum Fluss Marecchia,
im Nu ist die Gemeinde da.
Ein Fischkopf, zwei, dann drei und vier,
schon wimmelt es von ihnen hier.
In Massen sieht man sie sich drängen,
die jetzt an seinen Lippen hängen.
“Zwei Liegen, Schirm für 40 Kröten,
bei diesen Preisen hilft nur beten.
Ich sag euch: Hier läuft was verkehrt.
Wird Zeit, dass sich der Ort bekehrt.”
Der Jubel braust minutenlang,
den Riminesen wird es bang.
Sie kommen kleinlaut angekrochen
und haben Besserung versprochen.
Geplant zur nächsten Strandsaison
sind Liegen, Schirme aus Beton.
„Fischköpfe“ ist eine spöttische Bezeichnung für Norddeutsche, die heute schon auch mal augenzwinkernd als Selbstbezeichnung verwendet wird.
Und die Preise in den Badeanstalten an Adria und Riviera erzeugen in diesem Jahr erheblichen Verdruss – bei Einheimischen und Touristen.